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Jules Barnard Books

Er ist unwiderstehlich

Er ist unwiderstehlich

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  • Sofortige Anziehung
  • Sportler
  • Arbeiterklasse-Held
  • Mein untreuer Ex hat mich dazu gebracht, den Männern abzuschwören. Bis ich Lewis kennenlernte. Er könnte der einzige Mann sein, dem dieses brave Mädchen nicht widerstehen kann.

Überblick

Mein untreuer Ex hat mich dazu gebracht, Männern abzuschwören. Bis Lewis auftaucht und mir nicht nur den Atem, sondern auch den Verstand raubt.

Männern nachzulaufen war nie wirklich mein Ding. Das Liebeskarussell meiner Mutter hat mir jeglichen Hang zu romantischen Beziehungen genommen, den ich vielleicht sonst haben könnte. Aber Lewis ist ein zwei Meter großer Fels von einem Mann und er ist... eine Augenweide. Sexy. Still und in sich gekehrt, aber auf die attraktivste Art und Weise.

Je mehr Zeit ich mit ihm verbringe, desto schmutziger werden meine Gedanken an uns beide und er macht es nicht gerade leichter, dem ein Ende zu bereiten. Es macht mich wütend.

Ich fantasiere und begehre, und ich weiß nicht mehr, warum ich mich von ihm fernhalten wollte.

Es stellt sich heraus, dass Lewis vielleicht der einzige Mann ist, dem ich nicht widerstehen kann.

Aber er trägt seine eigenen Beziehungsprobleme mit sich herum. Eine Last, die mich auf eine Art und Weise brechen könnte, wie es kein Ex-Freund je getan hat.

»Heiß, witzig, frustrierend und oh mein Gott, wo finde ich so einen...« ~ Rezensentin

»Jules Barnard ist absolute Spitzenklasse.« ~ Rezensentin

AUSZUG:

Er zieht sich die Hose runter – und steht völlig nackt da.

»Ähm?«

Er blickt auf. »Du kannst dein Höschen ja anbehalten. Ich mache mich jedenfalls sauber... Was denn? Ich vertraue darauf, dass du mich nicht begrapschst.« Er grinst.

Blick ins erste Kapitel

Ich ziehe das Bustier hoch, das mehr von meiner Brust zeigt, als ich jemals in meinem Leben gezeigt habe. »Diese Uniform ist scheiße.«

Meine beste Freundin Cali sieht mich unschuldig von der anderen Seite des Umkleideraumes des Blue Casinos an. »Du siehst in dieser Uniform gut aus. Du solltest mir dankbar sein.« 

Unser Plan war es, jetzt, nach dem Collegeabschluss im Blue Casino zu arbeiten und so viel Geld wie möglich zu sparen, bevor es im Herbst mit dem Masterstudium weitergeht. Cali behauptet, dass sie nicht gewusst hat, wie die Uniformen aussehen, aber das wusste sie sehr wohl. 

Cali ist in der Nähe der Casinos in Lake Tahoe aufgewachsen. Sie hätte mich warnen können und dann hätte ich mir eine andere Position ausgesucht. Zum Beispiel Croupière. Stattdessen bin ich jetzt Cocktailkellnerin, in der Überzeugung, dass ich so weniger im Mittelpunkt des Geschehens stehen würde. 

Da meine Brustwarzen einen Zentimeter davon entfernt sind, das Tageslicht zu erblicken, bin ich wohl doch nicht so inkognito.

Cali versucht, mir wieder auf die Beine zu helfen, nachdem ich mit meinem untreuen Ex-Freund Schluss gemacht habe. Ich dachte, sie würde mich einfach ein bisschen aufmuntern. Aber jetzt stehe ich wirklich mit beiden Beinen im Leben.

Kellnerinnen und Croupièren tummeln sich um die Schließfächer, ziehen sich aus und schlüpfen in ihre Uniformen, die vor Beginn jeder Schicht vom Casino zugeteilt werden. Einige bereiten sich darauf vor, ins Casino zu gehen, andere sind für heute fertig und ziehen ihre eigenen Klamotten wieder an.

Die Frau neben mir schlüpft in ein dünnes, goldenes Kleid und Stöckelschuhe. 

Offensichtlich haben einige dieser Leute heute Abend Größeres vor, als ich. Ich ziehe meine Jeans hoch und steige in meine schwarzen Ballerinas.

»Vorsicht«, ruft Cali.

Der Fitness-Tracker, der ihre Schrittzahl aufzeichnet, fliegt durch die Luft. 

Cali hatte in dieser Woche zwei Sekunden lang Lust auf Sport. Sie ist fünfhundert Meter gelaufen und hatte dann keine Motivation mehr. Offenbar hat sie beschlossen, ihre mangelhaften sportlichen Fähigkeiten genau jetzt einzusetzen, um mir mein Gerät zurückzugeben.

Der Tracker fliegt einige Meter weiter rechts. Ich springe hin und lande bäuchlings auf der Bank, damit ich ihn gerade noch mit den Fingerspitzen auffangen kann, bevor er auf dem Boden aufschlägt.

Ich sehe verzweifelt auf. »Mein Gott, du bist doch nur ein paar Schritte entfernt. Hast du überhaupt gezielt?«

»Was denn? Ich will nur sichergehen, dass deine Reflexe funktionieren.« Sie schließt ihren Spind und schwingt ihre Handtasche über die Schulter. »Wie war deine Nacht?«

Ich schnappe mir noch ein paar Sachen und schließe meinen Spind ebenfalls. »Sie haben jetzt angefangen, mich Snow oder Schneewittchen zu nennen.«

Es ist nicht nötig, näher zu erläutern, wer ›sie‹ sind. Während Cali ihr Leben als Croupière genießt und ab und zu ein paar Karten austeilt, muss ich mich in zwölf Zentimeter hohen Pumps abschuften und Getränke servieren. Dabei habe ich versucht, mit den erfahrenen Kellnerinnen mitzuhalten. Aus irgendeinem Grund haben sie beschlossen, mich aus dem Dutzend neuer Kellnerinnen herauszupicken.

Cali blickt auf, ihr Mund zuckt, als würde sie den neuen Spitznamen tatsächlich in Betracht ziehen. 

Ich senke meine Stimme, als wir auf dem Weg aus dem Keller des Casinos an anderen Mitarbeitern vorbeikommen. »Ich sehe nicht wie eine Prinzessin aus.«

»Nun, ein bisschen schon. Aber mit einem größeren Vorbau.«

Ich öffne die Tür zum Casino-Stockwerk und erhebe meine Stimme, sodass man mich durch das Klappern und Summen der Spielautomaten noch hören kann. Zu dieser Stunde ist der Geräuschpegel hier fast schon ohrenbetäubend. »So groß sind sie nicht. Ich bin sportlich. Sportlerinnen können keine großen Brüste haben.«

Sie sieht mich skeptisch an. »Du solltest stolz auf diese Babys sein. So wie ich.« Sie grinst und streckt ihre mit einem BH von Victoria‘s Secret hoch gepuschten Brüste heraus.

Es kann sein, dass ich meinen Vorbau – wie Cali es nennt – von meiner Mutter geerbt habe, die wirklich beeindruckende Brüste hat. Vielleicht habe ich auch ihr Aussehen geerbt. Nur, dass ihre Haare ein paar Schattierungen heller sind als meine beinahe schwarzen Locken. Außerdem hat sie wirklich grüne Augen. Meine sind haselnussbraun, weniger auffällig. Ich mag meine Augen.

Ich bin sicher, dass der Spitzname ›Schneewittchen‹ etwas mit meinem dunklen Haar und meiner blassen Haut zu tun hat. Ich bin ebenso sicher, dass die erfahrenen Kellnerinnen denken, ich sei jung und naiv und nicht robust genug. 

Während diese Damen zwanzig Getränke servieren, schaffe ich in der gleichen Zeit zehn. Aber das liegt daran, dass ich meine Kunden nicht finden kann. Die durchgeknallten Gäste bewegen sich im Casino wie Bienen, die die Spielautomaten bestäuben. Ich orientiere mich räumlich; wenn die Leute nicht da sind, wo ich sie zurückgelassen habe, kann ich sie nicht finden. Also ja, ein Teil der Schikane ist gerechtfertigt. Aber wenn die anderen Kellnerinnen mich für naiv halten, kennen sie mich nicht sehr gut.

Niemand, der von Chantelle Dubois erzogen wurde, könnte so unschuldig bleiben. Die Frau hat ihren Namen so geändert, dass er wie ein französisches Bordell klingt, um Himmels willen. Ich bin Genevieve, oder Gen, wie mich meine Freunde nennen. Und obwohl meine Mutter eine absolute Französisch-Fetischistin ist, habe ich ihren Mädchennamen, Tierney – ein hundertprozentig irischer Nachname – beibehalten. 

Sosehr meine Mutter es sich auch wünscht, in unserem Stammbaum gibt es keine Franzosen.

Theoretisch könnte mein Vater Franzose gewesen sein. Aber da ich keine Ahnung habe, wer er ist, ist dieser Punkt irrelevant.

Eine Sache habe ich Cali gegenüber nicht erwähnt, einfach, weil es mir unangenehm ist. Schließlich hat sie momentan finanzielle Schwierigkeiten. Meine Mutter hat angeboten, mir das Masterstudium zu bezahlen. Eigentlich brauche ich diesen Job nicht. Ich weigere mich nur, noch mehr vom Geld meiner Mutter anzunehmen.

Meine Mutter arbeitet nicht und wir haben auch keine reichen Verwandten. Ich nehme an, dass sie sich mithilfe der reichen Männer versorgt, die schon seit meiner Kindheit ein fester Bestandteil unseres Lebens sind. Einer nach dem anderen. Deshalb bin ich entschlossen, mir das Geld für den Master selbst zu verdienen und eine gesunde Distanz zwischen uns zu schaffen.

Cali registriert meinen Gesichtsausdruck. »Es ist scheiße, dass sie dich ärgern, auch wenn du wirklich wie Schneewittchen aussiehst.« Ich runzele die Stirn, was sie ignoriert. »Sag ihnen, dass sie den Scheiß lassen sollen. Oder noch besser, ich mache es für dich.« Sie dreht den Kopf und sieht sich um. »Welche Kellnerin hat damit angefangen?«

Ach, scheiße, jetzt habe ich es geschafft.

»Cali, sag bitte nichts.« Das würde sie wirklich machen, so großartig ist Cali. Aber manchmal bringt mich ihre Hilfsbereitschaft in Schwierigkeiten. »Die Person, die damit angefangen hat, ist meine Vorgesetzte. Du machst es nur noch schlimmer.«

Sie zuckt die Achseln. »Wie du willst.«

Wir gehen an der letzten Reihe von Spielautomaten vor der Sportbar vorbei und eine Kellnerin, mit der ich während meiner Schicht geplaudert habe, sieht mich und zeigt dieses markante, breite Lächeln, das ich schon mit ihr assoziiere. 

Nessa ist zierlich, etwa ein Meter sechzig groß – dank der schwarzen Pumps, die zu den dunkelblauen Satin-Hotpants und den mit Pailletten besetzten blauen Bustiers unserer Cocktailuniform gehören. Neben ihr sehe ich mit den High Heels wie ein zwei Meter große Amazone aus.

Ich winke, während wir an ihr vorbei gehen.

»Wer ist das?«, fragt Cali.

»Nessa. Sie hat uns auf eine Dinnerparty heute Abend eingeladen. Tacos. Lecker.«

Im Umgang mit Fremden fühle ich mich nicht ganz wohl, aber es wäre schön, noch eine Freundin in der Stadt zu haben.

Cali schüttelt den Kopf. »Ich kann nicht mitkommen, schon vergessen? Ich habe ein Skype-Date mit Eric. Aber du solltest hingehen. Es wäre gut für dich, mal wieder rauszukommen.«

Oh Gott, ich habe den Skype-Anruf vergessen. Cali hat recht, ich sollte hingehen. Aber nicht aus dem Grund, den sie im Kopf hat. 

Das Ferienhaus, das wir für den Sommer gemietet haben, hat dünne Wände. Ich möchte lieber nicht da sein, wenn die beiden Sex-Skyping betreiben. Außerdem steht Calis Freund auf meiner schwarzen Liste. Er hat mich vor ein paar Wochen angemacht. Und damit ist er nicht länger nur der nervige Freund meiner besten Freundin, sondern auch ein Arschloch. Wenn ich mit Nessa zu dieser Dinnerparty gehe, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Cali wird denken, dass ich endlich aus dem Haus gehe und über meinen untreuen Ex hinwegkomme. Und ich muss mir kein Stöhnen anhören, das eventuell durch die Wände vibrieren könnte. Eine Win-win-Situation.

Und es gibt keinen Grund zur Sorge, dass die Jungs auf der Dinner Party mich genauso nerven werden, wie sie es dank meiner Uniform hier im Casino tun. Das ist nur eine kleine, zwanglose Gruppe – außerdem habe ich Scheuklappen auf, was das männliche Geschlecht angeht. Mir reicht es.


* * *


Als ich in meinem verbeulten Auto auf dem Weg in das Al-Tahoe-Viertel bin, sehe ich Häuser mit abgerundeten Dachrinnen und Fensterläden aus Kiefernholz.

Das Haus von Nessas Freund hat eine mit einem Satteldach geschützte Veranda, das bis zum Boden reicht und den Chalets in den Schweizer Bergen ähnelt.

Ich gehe zur Tür und hebe meine Hand, um anzuklopfen. Ich werde mir bewusst, dass das Dach nur wenige Zentimeter von meiner Nase entfernt ist und das gibt mir irgendwie ein Gefühl von Klaustrophobie, als die Tür aufschwingt. Der Geruch von Chilis und Fett weht mir ins Gesicht und Nessa steht da und grinst, ihr glattes schwarzes Haar über eine Schulter drapiert. »Ich habe dich herfahren sehen.«

Hinter ihr brechen Jubelschreie aus und ich sehe über ihren Kopf hinweg, weil ihre Statur es mir erlaubt. Mein Blick landet auf einem Typen mit einer herumgedrehten Baseballkappe, der, mit dem Rücken zu mir, mit der Faust auf einen Tisch schlägt.

Nessa führt mich durch die Tür, nimmt meine Jacke und meine Handtasche und trägt sie den Flur entlang. 

Ich zögere einen Moment lang, starre den Flur hinunter, in dem sie verschwunden ist und blicke alle paar Sekunden auf die beiden Personen auf der anderen Seite des Raumes.

Eine Minute später kehrt Nessa zurück. »Was darf ich dir zu trinken bringen?«, fragt sie. »Zach hat Coronas im Kühlschrank und ich habe eine Ladung Margaritas gemacht.« Sie wackelt mit den Augenbrauen.

Margaritas klingen toll, aber ich muss noch fahren. »Wasser wäre super.«

Wir gehen in die Küche und Nessa füllt mir ein Glas mit Leitungswasser an der Spüle. Auf dem Herd köchelt das Essen, bei dem mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Sie reicht mir den Becher und wir gesellen uns zu den anderen.

Der Typ mit der Baseballmütze hebt genervt die Hände in Richtung der attraktiven Brünetten, die neben ihm sitzt. »Das nennst du einen Schluck? Komm schon, Mira. So viel trinkt vielleicht ein Küken. Hör auf, so ein Mädchen zu sein und trinke es wie ein Mann.«

Ein paar Münzen schimmern auf dem Tisch und in der Mitte steht ein niedriges Glas. 

Mein Herz flattert ein wenig in meiner Brust. Quarters ist eines meiner Lieblingstrinkspiele.

Ich trinke schon, seit ich zwölf bin. Meine Mutter dachte, es würde mich weltgewandter machen, zum Abendessen ein bisschen Wein zu trinken – das hat etwas mit ihrem Französisch-Fetisch zu tun. Daher ist meine Toleranz für Alkohol sehr hoch. Dazu kommt noch eine gute Koordination, die ich garantiert nicht von ihr geerbt habe – ihre Treffsicherheit ist so gut wie die von Cali, also nicht existent. Deswegen gewinne ich bei Quarters immer.

»Zach«, sagt Nessa. Der Typ mit der Baseballkappe blickt auf und lächelt sie an. Wow, ein verehrendes Lächeln, wenn ich es richtig deute, obwohl Nessa nie einen Freund erwähnt hat. »Das ist die Freundin, von der ich dir erzählt habe. Gen arbeitet diesen Sommer als Cocktailkellnerin im Blue.«

Ich erkenne Zach als einen der Blackjack-Croupiers wieder. »Das Essen riecht fantastisch«, sage ich.

Er grinst. »Schön, dass du gekommen bist. Das ist Mira.«

Das Mädchen neben ihm schenkt mir ein schwaches Lächeln und nimmt einen Schluck von ihrem Getränk.

»Sie sind Washoe«, fügt Nessa hinzu und drückt mir den Ellbogen in die Seite. »Mira und Zach kennen sich schon lange. Ihre Familien kennen sich schon seit etwa hundert Generationen.«

Zach rückt seine Kappe zurecht und kratzt sich an der Stirn, wobei sein dickes braunes Haar durch die Öffnung in seiner herumgedrehten Kappe lugt. »Warum erwähnst du immer, dass wir vom Washoe-Stamm sind?«

»Es ist interessant.« Nessa schubst ihn spielerisch und geht in die Küche.

Er schüttelt den Kopf während sie weggeht, doch in seinen Augen erkenne ich Wertschätzung.

Zach leert die Münzen aus dem Quarters-Glas auf den Tisch. »Setz dich zu uns, Gen. Hast du schon mal Quarters gespielt?«

»Ja, aber ich muss fahren. Stört es euch, wenn ich nichts trinke?«

»Nein«, sagt er. »Du kannst mir helfen, Mira abzufüllen. Sie wird erst sympathisch, wenn sie ein paar intus hat.«

Sein Kommentar erntet einen finsteren Blick von Mira, der einem Laufsteg-Schmollmund ähnelt, denn ihr Gesicht ist wunderschön. Ihr langes, schokoladenbraunes Haar umrahmt ihr Gesicht, welches nicht ganz herzförmig aber auch nicht ganz oval ist. Es ist symmetrisch und interessant und ich bin ernsthaft eifersüchtig auf ihre definierten Wangenknochen.

Ich setze mich auf einen der altmodischen, hölzernen Esszimmerstühle und Zach schiebt mir eine Münze zu. Ich halte sie zwischen Daumen und Zeigefinger und blicke auf das Gefäß in der Mitte. Ich ziele und knalle die Seite meiner Handfläche auf die hölzerne Hochglanzoberfläche. 

Die Münze prallt vom Tisch ab und versinkt in dem leeren Glas.

»Klasse!« Zach schmunzelt in Miras Richtung. »Auf geht‘s.«

Im College haben wir einen Becher mit einem größeren Durchmesser und einem breiteren Rand benutzt, um möglichst viel Münzen aufzufangen – und die Leute schneller betrunken zu machen. Das kleine Glas in der Mitte von Zachs Tisch ist so edel. Ich fühle mich richtig erwachsen.

Er reicht mir noch eine Münze und ich bereite meinen nächsten Schuss vor. »Washoe? Du bist ein amerikanischer Ureinwohner?« Die nächste Münze landet ebenfalls im Glas und ich fordere Mira auf, etwas zu trinken.

Sie wirft mir einen tödlichen Blick zu. Für jemanden, der so hübsch ist, hat sie einen verdammt fiesen Blick. Ich hoffe, Zach hat recht und sie wird freundlicher, wenn sie mehr Alkohol trinkt.

Er nickt. »Wir sind alle zum Teil Washoe. Das ist der örtliche Stamm. Auch Lewis, aber der ist spät dran. Mira ist das einzige Vollblut. Ihre Eltern kommen aus dem Reservat von Dresslerville. Aber ich bin sicher, dass einer von Miras Verwandten mit jemandem von außerhalb ins Bett gegangen ist.« Er zwinkert Mira zu und sie verdreht die Augen.

»Was auch immer«, sagt sie. »Du bist nur eifersüchtig, dass du kein Vollblut bist.«

Zach sieht mich an und schüttelt den Kopf, als wolle er sagen: Siehst du, womit ich hier zu kämpfen habe?

Er starrt auf Miras immer noch volles Margaritaglas und runzelt die Stirn. »Wenn Gen die nächsten drei hintereinander trifft, trinkst du dein Mädchengetränk auf Ex.«

Ihre Augen verengen sich. »Sagen wir fünf.«

Fünf? Ein Kinderspiel. 

Mira ist umwerfend schön. Mit Mira im Raum bemerken Männer keine andere Frau mehr. Sie wäre der perfekte Puffer auf Partys und da ich mich nach meinem letzten Freund vor dem anderen Geschlecht verstecken will, ist das hervorragend. Aber das Mädchen muss echt ein bisschen mehr lächeln.

Mira seufzt. »Lewis ist so ein Workaholic.« Die erste meiner fünf Münzen versinkt im Glas. Ja. »Ich kann nicht glauben, dass er noch nicht da ist«, sagt sie.

Zach sieht auf sein Handy. »Er wird schon kommen.« Ping. Das war die Nummer zwei. Nur noch drei übrig. »Er geht jetzt erst aus dem Büro.«

Mein bester Quarters-Rekord war siebzehn am Stück – aber an dem Abend war ich schon halb betrunken. Ich schlage erneut mit der Faust auf den Tisch und die dritte Münze landet im Becher. Ich bin gerade erst warm geworden.

Mira runzelt die Stirn. »Das ist nicht lustig. Er hat gesagt, dass er kommen würde.«

Schmollt sie? Lewis muss Miras Freund sein – und Nummer vier landet im Glas.

»Sein Vater muss ziemlich zufrieden sein.« Zach sieht mich an und ich halte inne, bevor ich noch einmal aushole. »Lewis arbeitet für die Baufirma seines Vaters. Er leitet sie praktisch für ihn, jetzt, wo er wieder in der Stadt ist.«

Ich hebe meine Hand für meinen letzten Schuss, aber das Knarren der Haustür lenkt mich ab. Ein Typ, der fast so groß ist wie der Türrahmen, betritt das Haus.

»Wenn man vom Teufel spricht«, sagt Zach. »Gen, das ist Lewis.«

Für den Bruchteil einer Sekunde sind meine Gedanken zerstreut.

Lewis schließt die Haustür, breite Schultern füllen ein kariertes Hemd aus, die Ärmel hochgerollt und über die Ellbogen geschoben. Sein Hemd hängt auf einer Seite aus dem Hosenbund, als hätte er es in Eile hineingestopft. Er hat hohe Wangenknochen, einen quadratischen Kiefer und dunkelbraunes Haar, das aussieht, als hätte er es gerade lässig mit den Fingern nach hinten gestrichen. 

Er ist mehr als nur gut aussehend. Er ist eindrucksvoll. So, dass es einen sprachlos macht.

Meine Augenbrauen ziehen sich zusammen und meine Mundwinkel ergänzen das Stirnrunzeln. Was mache ich da? Ich habe vor Monaten aufgehört, Männer wahrzunehmen. Nachdem ich beschlossen hatte, dass es am besten ist, sie zu meiden.

Mira strahlt, als Lewis den Raum betritt, während ich mir geistig einen schnellen Stoß versetze. Ich greife die letzte Münze, schlage sie auf den Tisch und sie fliegt auf ihr Ziel zu.

Die Münze saust am Rand des Glases entlang und fällt auf den Tisch. 

Ich starre sie ungläubig an. Scheiße.

Als ich aufblicke, beobachtet Lewis mich, die Stirn leicht gerunzelt. Sein Blick gleitet weiter nach unten und mein Atem stockt. Ich sitze und er kann nicht viel sehen, wenn man bedenkt, dass ich eine weiße Bluse trage, die nur am Hals offen ist, aber trotzdem beschleunigt sich mein Herzschlag.

Was seltsam ist. Normalerweise will ich immer den Kopf einziehen, wenn mich jemand abcheckt.

Lewis‘ Blick kehrt zu meinem zurück. Seine Augen sind dunkel, beinahe schwarz, tief wie der See, für den diese Gegend bekannt ist. Mein Gesicht erhitzt sich und plötzlich flattert mein Herz in meiner Brust.

Was zum Teufel? Ich meide die Jungs seit Wochen. Der hier sieht gut aus, aber das tun viele andere auch.

»Hey, Lewis«, ruft Zach. »Quarters. Gen hier macht uns fertig. Deine Freundin musste fast alles auf Ex trinken.«

Lewis‘ Augen flackern zu Mira, dann wieder zu mir zurück.

Zach hat Mira als Lewis‘ Freundin bezeichnet. Offensichtlich sind sie zusammen. Ich werde mich Lewis auf keinen Fall nähern, selbst wenn ich es in Betracht ziehen würde, was ich nicht tue.

Ich rolle eine neue Münze zwischen meinen Fingern, streiche über eine Kerbe im Tisch, beobachte Nessa in der Küche – ich lenke mich mit aller Kraft von Lewis Anwesenheit ab. Und das gelingt mir auch gut – bis er den Arm hebt und sich mit den Fingern durch die Haare fährt.

Mein Blick verfängt sich an den Muskelsträngen, die unterhalb seines aufgerollten Hemdsärmels zu sehen sind.

Ich blinzle. Checke ich jetzt schon seine Arme ab?

Ich muss zu lange hingesehen haben, denn als ich wieder zu seinem Gesicht sehe, starrt er mich an und beobachtet, wie ich ihn anstarre.

Mein Herzschlag pulsiert irritierenderweise in meinen Ohren und blendet damit alle anderen Geräusche aus, meine Wangen brennen jetzt förmlich. Ich huste in meinen Ellbogen, um mein Gesicht zu verbergen. 

Heiß, nervös; ich mag dieses Gefühl nicht, als würde meine Haut gleich von meinem Körper springen – und auf jemanden zu. Ich sollte gehen. Mir geht es nicht gut. Aber ich kann nicht so früh verschwinden. Wir haben noch nicht einmal gegessen.

Mira springt von ihrem Stuhl und schlingt ihre Arme um Lewis‘ Hüfte, bevor dieser es überhaupt zum Tisch schafft. Sie umarmt ihn und er erwidert die Geste mit einem Arm, während er mich anblickt.

Er hat seine Freundin im Arm. Warum sieht er mich an? Diese verdammten Männer.

»Zach«, sagt Nessa und verschiebt in der Küche einen Topf auf dem Herd. »Ich weiß nicht, was ich mit dem Huhn machen soll.«

»Fortsetzung folgt später.« Zach lächelt und fegt die Münzen in seine Hand. Er geht in die Küche und übernimmt für Nessa.

Zachs Grinsen ist freundlich. Nicht heiß oder lüstern, einfach unbeschwert. Gutmütig. Nicht, dass Lewis‘ Blick lüstern ist. Sein Blick ist … neugierig. 

Ich mag Neugierde nicht. Sie führt zu Interesse, was wiederum zu Dingen führt, von denen ich mich fernhalten möchte.

Es ist beunruhigend, dass ich meine Augen nicht von ihm lassen kann. Er hat eine Freundin und leider ist das wohl die einzige Sorte Männer, die sich zu mir hingezogen fühlt. 

Eine Beziehung in seiner Heimatstadt – die er mir gegenüber natürlich nicht erwähnt hat – hat meinen Ex auch nicht davon abgehalten, etwas mit mir anzufangen. Hat auch nicht Calis Freund gehindert, mich anzumachen. Oder die Männer, die meine Mutter nach Hause gebracht hat, mit mir zu flirten und ihre Hände etwas zu weit nach unten gleiten zu lassen, wenn sie mich umarmt haben.

»Räumt den Tisch ab, Leute«, ruft Nessa. »Das Essen ist fertig.« 

Sie bringt hausgemachte Tortillas, zusammen mit einer Schüssel pikant gewürztem geschnetzeltem Hühnchen.

Zach holt ein Bier aus dem Kühlschrank und Lewis tritt hinter ihn. Er gibt Zach einen Klaps auf den Rücken und sieht mich erwartungsvoll an.

Zach blickt zwischen Lewis und mir hin und her, dann greift er nach einem Flaschenöffner. »Gen ist Nessas Arbeitskollegin«, höre ich ihn sagen, während er sein Corona aufmacht.

Lewis studiert mein Gesicht, als würde er nach etwas suchen.

Was ist sein Problem? Er kann mich nicht so anstarren. Seine Freundin ist im Raum.

Okay, dann habe ich eben seine Arme abgecheckt. Die waren ja auch ziemlich auffällig! Und irgendwie heiß. Verklagt mich doch. Ich kann mich nicht erinnern, den Körper eines Mannes schon einmal so angestarrt zu haben – anscheinend können lüsterne Gedanken im späteren Verlauf des Lebens auftreten. Aber Frauen checken ständig Männer ab. So wie Lewis aussieht, sollte er inzwischen daran gewöhnt sein.

»Setz dich neben mich, Gen.« Nessa stellt eine Schüssel spanischen Reis auf den Tisch und zieht einen Stuhl neben sich heraus.

Ich folge ihrem Beispiel, trage eine Schüssel Salat zum Tisch und setze mich dann neben sie.

»Das Essen sieht toll aus«, sagt Lewis.

Seine Stimme schneidet wie eine geschmeidige Klinge durch meine Sinne und fesselt meine Aufmerksamkeit. 

Er schiebt sich einen halben Taco in den Mund, um das gute Essen zu würdigen. Oder vielleicht einfach, weil er heißhungrig ist. Ich folge den Bewegungen seines kräftigen Kiefers, den starken Muskeln entlang seiner Kehle, die plötzlich verharren. Ich sehe auf. Er beobachtet mich. Sein Blick ist intensiv.

Was mache ich da? Ich mache es schlimmer.

Miras Blick huscht zu mir; sie sieht mehr als wütend aus. Sie schluckt und ich könnte schwören, dass ich Angst in ihren Augen sehe.

Ich nehme einen kleinen Bissen Reis und zwinge meinen trockenen Mund, mehr Speichel zu produzieren. Ich wollte noch nie so dringend aus einer Situation entfliehen, wie aus dieser Dinnerparty. Mein Herz rast und mein Gesicht will sich einfach nicht abkühlen. Meine Finger, die mich noch nie enttäuscht haben, was Geschick und Koordination betrifft, können den dummen Reis einfach nicht auf der Gabel balancieren.

»Du bist also den ganzen Sommer über hier?«, fragt Zach, sein muskulöses Bein streift meine Wade, während er aggressiv mehr Essen auf seinen Teller lädt. Sein schmaler altmodischer Tisch passt zu seiner Samtcouch aus dem Secondhandladen und seinem Achtzigerjahre-Fliesentisch. Es ist ein bisschen eng und das macht das Abendessen ungewollt intim.

Ich nehme einen Schluck Wasser und räuspere mich. »Im Herbst gehe ich zurück nach Dawson und mache meinen Master in Psychologie.«

Miras Oberlippe kräuselt sich, als wäre sie verärgert, dass Zach es wagt, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Ich kann sie verstehen, denn ich würde mich auch lieber verstecken.

Mira lehnt sich an Lewis, während er sich einen zweiten Taco reinschiebt, ihr eigenes Essen ist noch unberührt. Ich nehme einen großen Bissen von meinem Taco, nur um im Gegensatz zu ihr zu stehen. Nichts zu essen, nur um dünn zu bleiben, ist lahm – und ich esse sowieso mehr als ein durchschnittliches Mädchen, also lässt sie mich nur schlecht dastehen. »Wie geht‘s deiner Mutter?«, fragt sie Zach.

Zachs Hand hält über dem Salat inne und er atmet geräuschvoll aus. »Gut.« Sein Ton ist flach, frei von Emotionen.

Ich rutsche ein paar Zentimeter vorwärts. Mira hat irgendeinen Nerv getroffen. Zach scheint so ein netter Kerl zu sein. Warum macht sie das?

Mira nippt an ihrem Getränk, ihre karamellfarbenen Augen sind kalt. »Was macht sie so?«

Zachs Blick wird misstrauisch. »Sie ist noch in der Pflegeeinrichtung und das weißt du auch.« Er blickt auf das unberührte Essen auf seinem Teller und stupst einen Taco mit der Fingerkuppe an.

Warum sollte Mira das erwähnen? Versucht sie, ihn zu verletzen …, weil er nach mir gefragt hat?

Nessa umklammert ihre Gabel und studiert Zach mit besorgtem Blick.

Lewis sieht Mira stirnrunzelnd an. Dann wendet er sich an Zach: »Hast du das neue Paddelboard schon ausprobiert?«

»Ein bisschen.« Zachs Gesicht entspannt sich.

»Auf Arbeit läuft es zurzeit eher schleppend. Kann ich mal mitkommen?«

»Sicher. Jederzeit.«

Und einfach so entschärft sich die Spannung.

Damit es während der restlichen Mahlzeit ebenfalls locker bleibt, nutze ich die Gelegenheit, um Nessa und Zach mit Fragen zu Wander- und Joggingpfaden zu löchern. Mira ärgert niemand anderen am Tisch, hauptsächlich, weil sie zu sehr damit beschäftigt ist, Lewis in einem hitzigen Gespräch anzuschnauzen, das der Rest von uns zu überhören vorgibt. Ich verstehe das meiste davon und bin mir ziemlich sicher, dass es den anderen genauso geht. Schlagwörter wie ›privat‹ und ›dieses Mädchen‹ durchdringen unsere Diskussion über die Tahoe Pfade.

Nach dem Essen helfe ich Nessa beim Aufräumen. »Ich sollte jetzt gehen«, sage ich, als wir fertig sind.

»Wirklich? So früh?«

»Ich muss mich noch an die späten Arbeitszeiten gewöhnen.«

»Ja, das braucht Zeit. Was machst du morgen? Zach und ich machen ein Barbecue am Zephyr Cove Beach. Du solltest unbedingt vorbeikommen und auch deine Mitbewohnerin mitbringen.«

»Klingt gut.« Ich erfahre die Einzelheiten von ihr und danke Zach für das Abendessen. 

Mira und Lewis sprechen in der Ecke im gedämpften Flüsterton miteinander, während ich mich auf den Weg ins Schlafzimmer am Ende des Flurs mache, um meine Tasche und meine Jacke zu holen. Ich habe das Gefühl, dass ich mich davonschleiche, aber ich will mich da wirklich nicht einmischen.

Ich sammle meine Sachen ein, gehe durch die Tür zum Flur hinaus, den Blick nach unten gerichtet, und grabe in den endlosen Weiten meiner Handtasche auf der Suche nach meinen Schlüsseln. Plötzlich pralle ich gegen eine Wand.

Ich falle, und zwar ziemlich schnell und drastisch. Mein Körper stürzt zur Seite, der Kopf verdreht, die Arme in meiner Handtasche verheddert. Ich werde mir das Genick brechen.

Starke Hände ziehen mich hoch und ich zapple herum, um meine Beine wieder vertikal zu bekommen.

Hitze und der Duft von Seife und frisch geschnittenem Holz treffen mich. Leicht gebräunte Haut über einem starken, muskulösen Hals und einem pochenden Puls tauchen in meinem Sichtfeld auf, dann Lewis‘ intensiver, undeutbarer Blick.

Mein Herzschlag wechselt von einem erschrockenen Galopp zu einem pochenden, flatternden Durcheinander, wie in dem Moment, als er das Haus betreten hat.

Lewis‘ Augen studieren mein Gesicht, zuerst besorgt, dann werden sie weich und entspannen sich. Langsam mustert er mehr als nur meine Augen, als würde er die Gelegenheit nutzen, um mich ohne Zensur von Mira oder jemand anderem zu betrachten. Sein Blick schweift zu meinem Haar, meiner Stirn, über meine Wange zu meinem Kinn und dann bleibt er auf meinem Mund hängen.

Sein Atem wird flach. Was mich den ganzen Abend lang an seinem Gesichtsausdruck verwirrt hat, wird jetzt klar. Wenn er mich ansieht, dann nicht mit Neugier – obwohl das vielleicht auch ein Bestandteil sein könnte – sondern mit etwas ganz anderem. Etwas, was ich noch nie in diesem Ausmaß gesehen habe, aber ich erkenne es – oder mein Körper erkennt es, denn meine Brust verkrampft sich, mein Herz setzt seinen flatternden Tanz fort und die Hitze schlängelt sich über meine Wirbelsäule und schickt Schauder an die falschen Stellen. 

Sein Kopf neigt sich ein Stückchen zu mir herunter.

Was zum …? Er würde doch nicht …

»Es war nett, dich kennenzulernen«, sage ich in panischer Eile und entwinde mich seinen Armen, an denen ich mich noch immer festhalte. Aber weiter komme ich nicht. Aus irgendeinem dummen Grund kann ich meine Füße nicht dazu bringen, einen Schritt zu tun.

Die Hand, die mich abgefangen hat, schlüpft in seine vordere Hosentasche. Ansonsten bewegt er sich nicht. Sein Blick fällt wieder auf meinen Mund.

Mein Atem stockt und ich lecke mir die Lippen, was mir plötzlich wie eine Einladung vorkommt. Was mache ich da?

Anstatt angemessen zu reagieren und wegzusehen, gehen meine Augen wie auf Autopilot zu seinem Mund, ohne auf meine gründlichen Anweisungen für alle Körperteile, schnellstens von hier zu verschwinden, zu hören.

Eine diagonale Narbe bedeckt den Rand seiner unteren, schön geformten Lippe, eine Kerbe in einer sonst perfekten Landschaft. Ich kann meinen Blick nicht von dieser Narbe lösen, die sich an einem Ende zu einem leichten Haken verformt. Wie hat er sie bekommen? Hat es wehgetan? Würde ich die Narbe fühlen, wenn ich meinen Mund an seinen drücke?

Seine Lippen teilen sich unter meinem Blick, er verlagert seine Füße und schließt den von mir geschaffenen Abstand.

Mein Herz pumpt so schnell, dass ich Punkte vor meinen Augen sehe. Er hat eine Freundin.

Ich stolpere um Lewis herum, meine Schulter knallt gegen die Wand, als ich den Flur entlanglaufe und jahrelange Sportlichkeit mit jedem meiner viel zu schnellen Herzschläge verloren geht. 

Ich sehe noch einmal zurück, bevor ich die Haustür öffne. Lewis starrt mir verblüfft nach. 

Er schließt die Augen und wendet sich ab.

Meine Hände zittern, als ich die Haustür hinter mir schließe. Was war das? Das ist keine Anziehungskraft, das ist einfach nur Wahnsinn.

Eine wahnsinnige Anziehungskraft.

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⭐⭐⭐⭐⭐„ Heiß, witzig, zum Verrücktwerden und oh mein Gott, wo kann ich bitte einen solchen Typen finden ...“ ~ Rezension zu Er ist unwiderstehlich

⭐⭐⭐⭐⭐ „… eine süchtig machende Liebesgeschichte mit einem Hauch von Spannung.“ ~ Rezension zuEr ist unwiderstehlich

⭐⭐⭐⭐⭐ „Ich war total gefesselt und konnte mich nicht losreißen. Ich kann es kaum erwarten, dass die nächste Geschichte erscheint!“ ~ Rezension zu Er ist unwiderstehlich

Jules Barnard ist eine USA Today-Bestsellerautorin für romantische Komödien und romantische Fantasy. Zu ihren romantischen Komödien gehören die Serien Keine Regeln (Englisch: All's Fair), Die Männer aus Lake Tahoe (Englisch: Never Date), und die Cade-Brüder (Englisch: Cade Brothers). Außerdem schreibt sie unter dem Namen J. Barnard romantische Fantasy in der Halven Rising-Reihe, die das Library Journal als "... ein aufregendes neues Fantasy-Abenteuer" bezeichnet. Ob sie nun über heißblütige Männer in Lake Tahoe oder eine Fae-Welt auf einem College-Campus schreibt, Jules spinnt fesselnde Geschichten voller Herz und Humor.

Wenn Jules nicht gerade in ihrer Jogginghose schreibt und sich mit Schokolade belohnt, verbringt sie ihre Zeit mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in ihrer kleinen Heimatstadt im pazifischen Nordwesten. Sie schreibt sich selbst die Fähigkeit zu, zu lesen, während sie auf dem Laufband läuft oder das Abendessen anbrennen lässt.