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Jules Barnard Books

Hunts Bekehrung

Hunts Bekehrung

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  • Falsche Verlobte
  • Alleinerziehende Mutter
  • Sympathischer Playboy-Held
  • Als Hunt Cade sich das letzte Mal mit jemandem eingelassen hat, mit der er sich nicht hätte einlassen sollen, hat das fast seine Beziehung zu seinen Brüdern ruiniert, der einzigen Familie, die er noch hat. Also sollte Hunt sich von der alleinerziehenden Mutter Abby fernhalten ... doch er war noch nie gut darin, sich etwas zu versagen.

Überblick

Er war ein Frauenheld, bis er die eine fand, die es mit ihm aufnehmen kann…

Hunt Cade liebt Frauen. Alle Frauen.

Sein Leben ist in Ordnung. Er hat sein Boot, trinkt abends gern mit seinen Brüdern ein kaltes Bier, und ständig spazieren wunderschöne Frauen in sein Resort Club Tahoe. Und landen in seinem Bett.

Aber dann erinnert ihn ein Neuzugang im Kinderprogramm von Club Tahoe daran, wie es sich angefühlt hat, ohne Vater aufzuwachsen. Und die Mutter des Kindes, Abby, macht ihm auch ganz schön zu schaffen.

Das letzte Mal, als Hunt sich mit einer Frau eingelassen hat, von der er eigentlich die Finger lassen sollte, hätte das beinahe das Verhältnis zu seinen Brüdern ruiniert. Sie sind die einzige Familie, die er besitzt.

Hunt weiß, dass er sich von Abby fernhalten sollte … aber er war noch nie gut darin, sich etwas zu versagen, das er wollte.

Blick ins erste Kapitel

Hunt atmete den Duft von Alkohol und Parfum ein und seufzte zufrieden. Im Club von Blue Casino war er in seinem Element. Er gab dem Barkeeper einen Wink, und der quittierte das mit einem Nicken. Sein Lieblingsdrink würde in weniger als einer Minute vor ihm stehen.

Hunts Bruder Adam stand ein gutes Stück entfernt und sprach mit einem Kollegen. Adam, der Verräter, arbeitete bei Blue Casino, während Hunt und seine restlichen drei Brüder seit dem Tod ihres Vaters im Club Tahoe die Stellung gehalten hatten.

Drei, vier Jahre? War es wirklich schon so lange her, dass Ethan Cade gestorben war? Es schien ihm wie gestern, als Hunt vor dem Krankenzimmer seines Dads gestanden und es erfahren hatte. Es war kein schneller Tod gewesen. Ihr Vater hatte die Diagnose Krebs schon Monate vorher bekommen, aber im Stillen gelitten. Als Hunt und seine Brüder endlich die Wahrheit erfuhren, war ihr Vater bereits dahingeschieden.

Endlich blickte Adam von seiner Unterhaltung auf, und sein Blick traf Hunts. Er murmelte seinem Mitarbeiter etwas zu und schlängelte sich dann zu ihm durch, schick wie immer in seinem obligatorischen Designer-Anzug.

»Ich hole mir ein Bier«, verkündete Hunts Kumpel Chris. Er fungierte heute Abend mal wieder als Hunts Flügelmann. Chris machte sich auf den Weg zur Bar, stolzierte geradezu, während er einer Blondine im Vorübergehen ein Grinsen schenkte.

Adam trat zu ihm und begrüßte ihn mit einem Schlag auf die Schulter. »Warst du nicht gestern Abend schon hier?«

Hunt ließ den Blick durch den Raum wandern. »Na und?«

»Du brauchst ein Leben.«

Hunt hustete in seine Handfläche. »Ich brauche ein Leben? Du bist verheiratet und scheinst völlig vergessen zu haben, dass da draußen eine komplette Welt auf dich wartet.«

Adam grinste anzüglich. »Weil es drinnen mehr Spaß macht.«

Na gut, Punkt für ihn. Adams Frau Hayden war eine echte Schönheit. Zweifellos wusste sein Bruder sich mit ihr gewinnbringend zu beschäftigen. Dennoch, wo blieb denn da die Abwechslung? Wo war die Energie, die bei der Jagd in ihm vibrierte? Durchaus doppeldeutig gemeint.

Adam betrachtete ihn. »Vielleicht solltest du etwas mehr als einen One-Night-Stand in Betracht ziehen.«

»Ich bleibe bei meinem derzeitigen Unterhaltungsprogramm, vielen Dank.« Hunt hatte den Laden längst abgecheckt, ließ den Blick aber jetzt noch einmal demonstrativ schweifen, um seinem Bruder zu beweisen, dass dessen Worte an ihm abprallten.

Leider erblickte er eine Reihe bekannter Gesichter, was Adam irgendwie recht gab.

Von allen Cade-Söhnen hatte Hunt sich am meisten herumgetrieben. War das denn so schlimm?

Adam schob eine Hand in die Hosentasche und wirkte besorgt, was Hunt nervte. »Pass auf, dass du dir keine sexuell übertragbare Krankheit einfängst.«

Hunt funkelte ihn an. »Man nennt es Kondome. Ich bin sauber wie ein Frühjahrsregen.« Er zog sich das am Kragen geknöpfte Hemd gerade. Dazu trug er Jeans. Auf keinen Fall würde er sich in diesen Frackschößen erwischen lassen, in die Adam sich Tag für Tag zwängte.

»Bist du dir da sicher?«

»Ja, ganz sicher«, gab Hunt zurück. »Ich gehe regelmäßig zum Arzt, Arschloch.« Herrgott, seine Brüder waren echte Nervensägen.

Adam warf einen Blick auf seine Rolex. »Ich frage ja nur.« Aber Hunt spürte genau, dass sein Bruder sich wegen seiner ›Aktivitäten‹ in den letzten Jahren Sorgen machte. Das hatte ihn doch früher auch nicht gejuckt. Erst in letzter Zeit, seit seine Brüder alle sesshaft geworden waren, bekam Hunt von seiner Familie diesen Kram weit häufiger zu hören, als normal war.

»Ich verschwinde«, verkündete Adam. »Hayden und ich haben was vor.«

Hunt kniff die Augen zusammen. »Was Richtiges vor? Oder sagst du das nur, damit du abzischen und deine Frau ins Bett zerren kannst?«

Adam schüttelte langsam den Kopf, als wäre Hunts Frage lächerlich.

So ein Heuchler. Adam machte einen geschliffenen Eindruck, aber Hunt wusste es besser. Sein Bruder hatte doch selbst eine Vergangenheit voller schöner Frauen. Dieser Teil seines Lebens mochte hinter ihm liegen, aber Adam versuchte auch gar nicht, die Tatsache zu verbergen, dass er nur Vorteile daraus zog, verheiratet zu sein. Vor allem diesen einen Vorteil, von dem Hunt überzeugt war, dass es der einzige war.

»Ich verführe meine Frau doch nicht am laufenden Band«, wiegelte Adam jetzt ab. »Levi und Emily kommen zum Abendessen, und dann schauen wir gemeinsam den Bachelor.« 

Hunt schloss die Augen und seufzte schwer. »Wenn du mit deinem älteren Bruder und seiner Freundin abhängst und Reality-TV schaust, habt ihr nichts ›Richtiges‹ vor. Da kannst du dir ja genauso gut eine Inkontinenz-Windel anziehen und dich im Altersheim anmelden. Du stehst doch schon mit einem Fuß im Grab, Mensch.«

Adam winkte dem Kollegen, mit dem er zuvor gesprochen hatte, zum Abschied. »Schimpf‘ doch nicht drüber, bevor du es selbst ausprobiert hast.«

»Nein, danke«, wehrte Hunt abwesend ab, denn er wünschte sich jetzt verzweifelt, dass der Abend endlich Fahrt aufnahm. Das Liebesleben seiner Brüder war zu deprimierend.

»Dann sehen wir uns bei der nächsten Bier-Runde?«, hakte Adam nach. »Oder vielleicht auch schon morgen Abend wieder hier?« Er hob eine Braue.

Sehr wahrscheinlich, dachte Hunt. »Beim Bier bin ich immer dabei, und sieh zu, dass du Hayden diesmal mitbringst. Die Frau arbeitet zu viel.«

»Das kannst du laut sagen.« Adam schüttelte Hunt die Hand und trollte sich.

Ein paar Minuten später lehnte sich Hunt gegen die plüschigen, grauen Kissen in der Lounge, die voller schöner Urlaubsgäste und der schicken Elite Lake Tahoes war. Chris hatte den optimalen Platz für sie beide gefunden – perfekt, um sowohl die Bar als auch die Tanzfläche im Blick zu behalten.

Hunt nippte an seinem Gin Tonic und entspannte sich zum ersten Mal an diesem Tag. »An der Bar, auf vier Uhr«, sagte Chris und nahm einen tiefen Schluck von seinem Bier.

Hunt blickte in die Richtung, auf die sein Freund ihn aufmerksam gemacht hatte. Wobei ›Freund‹ vielleicht nicht das richtige Wort für die Partnerschaft war, die sie beide verband.

Chris arbeitete im Club Tahoe als Portier, und er war stets bereit auszugehen. Hunt vermutete zwar, dass das auch mit dem Gratiseintritt und weiteren Vergünstigungen zu tun hatte, die sie dank Hunts Connections überall in der Stadt bekamen. Aber ihr Verhältnis hatte ja für beide Männer Vorteile. Es war einfacher, sich Frauen zu zweit zu nähern, mit Flügelmann. Und je älter Hunt wurde, desto mehr seiner Freunde hatten sich in Beziehungen verabschiedet.

Narren, allesamt.

Hunt waren die beiden Frauen, die an der Bar saßen, auch schon aufgefallen. »Welche?«

Eine der Frauen trug ein kurzes, metallisch schimmerndes Kleid und sicher zwölf Zentimeter hohe Absätze. Sie hatte lange, dunkle Haare und war stark geschminkt; sie sah aus wie ein Instagram-Model. Die Frau neben ihr war allerdings ein eher seltener Vogel in dieser Umgebung. Sie trug eine enganliegende Jeans und ein sexy Top; das passte beides schon hierher. Was ihn aus dem Konzept brachte, waren ihre Schuhe. Sie trug diese Gummischuhe, die er sonst nur von Krankenschwestern kannte. Glogs? Clogs? Eine merkwürdige Wahl für einen Club der gehobenen Preisklasse.

»Na, die sexy Schnitte«, erwiderte Chris.

Hunt ließ den Blick über beide Frauen wandern. Unterschiedlicher Stil, aber hübsch waren sie beide. Die Frau mit den Clogs wirkte einfach etwas natürlicher. Aber Hunt fand an jeder Frau etwas Schönes.

»Bin dabei.« Hunt nahm sein Glas, und sie marschierten hinüber.

Die Clog-Frau erspähte sie als erste. Sie senkte den Kopf und flüsterte ihrer Freundin etwas zu.

»Na, habt ihr einen schönen Abend, Ladys?«, sprach Chris die Dunkelhaarige an.

Nicht gerade originell, dachte Hunt, aber an einem Ort wie diesem erwarteten die Leute keinen großen Dichter. Sie suchten nach einem Aufriss.

»Den haben wir tatsächlich.« Die Dunkelhaarige stupste ihre Freundin an, und die andere Frau murmelte etwas, das wie erstickte Zustimmung klang.

Von Nahem fielen Hunt die goldenen Highlights im langen, welligen, hellbraunen Haar der Clog-Trägerin auf. Schönes Haar, das ihr wellig über die Schultern fiel und weich aussah. Er hatte ihre Augen noch nicht richtig gesehen, aber ihre vollen, weichen Lippen erschienen ihm definitiv einen Kuss wert.

Sie wischte über die Kondensstreifen ihres Bierglases und wich seinem Blick aus.

Vielleicht war sie schüchtern, aber Hunt trieb sich hier lange genug herum, um zu erkennen, wenn jemand nicht um der Geselligkeit willen hier war. Was ihn jedes Mal wieder verwirrte. Wieso ging jemand in einen Club, wenn er oder sie kein Interesse daran hatte, Kontakte zu knüpfen?

Hunt begegnete nur selten einer Frau, die kein Interesse an einer Unterhaltung – oder mehr – hatte, aber wenn es vorkam, dann verabschiedete er sich eben wieder. Er war hier, um zu flirten und angeflirtet zu werden.

Aber Chris hatte es fertiggebracht, zwei Frauen auszusuchen, von denen die eine kein Interesse hatte.

Hunt wollte ganz sicher nicht schuld daran sein, dass die Frau sich unwohl fühlte. Dennoch, jetzt musste er um seines Kumpels willen versuchen, sich mit ihr zu unterhalten. Das gehörte zu den Pflichten eines Flügelmanns.

Chris quatschte bereits mit der anderen, die irgendeinem Instagram-Model verflucht ähnlichsah, also wandte sich Hunt an ihre Freundin. »Ich bin Hunt. Wie heißen Sie?« 

Sie stellte ihr Bier ab und schüttelte seine ausgestreckte Hand. »Abby.«

Weiche Hände und eine hübsche Stimme. »Kommen Sie oft hierher?« Tat sie nicht. Das würde er wissen, weil er schließlich fast jeden Abend hier war.

»Nein, gar nicht.«

»Sind Sie von auswärts?«, fragte er. Es war ihm ein Rätsel, was sie hier machte.

»Ich wohne hier«, stellte sie richtig. »Ich komme bloß nicht oft raus.«

»Das ist ja schade«, gab er zurück, nun mit etwas mehr Flirtlaune in der Stimme.

Endlich blickte sie auf, und das lange genug, dass er ihre Augen bewundern konnte. Sie waren hellbraun, oder eher blond, falls es sowas gab. Ein so blasser Braunton, wie er ihn noch nie gesehen hatte.

Sie legte die Stirn in Falten und kicherte leise. »Nicht wirklich. Sowas hier ist nicht mein Ding«, erklärte sie sanft.

»Sie gehen nicht gern mit Freunden aus?«

Sie warf ihm einen Blick zu, der ausdrücken sollte, dass sie sehr wohl wusste, worauf er hinauswollte. »Doch, aber nicht an Orte wie diesen.«

»Wo wären Sie denn jetzt lieber?«

»Ganz ehrlich? Wahrscheinlich zu Hause vor dem Fernseher. Dann würde ich den Bachelor schauen.«

Hunt lachte tief aus dem Bauch heraus. Hätte er eine Frau finden können, die noch weniger kompatibel mit seinen Vorlieben war? »Mein Bruder ist eben gegangen, um das mit seiner Frau anzuschauen.«

Sie grinste. Ein unverstelltes Grinsen, das ihre hübschen Züge in wahnsinnig schöne verwandelte und irgendwas mit seinem Brustkorb machte. Es fühlte sich an, als würde da etwas zwicken. Ganz zu schweigen von der Hitze, die sein Körper ganz plötzlich abstrahlte.

Na gut, vielleicht waren sie doch nicht ganz so inkompatibel.

»Schauen Sie die Sendung auch?«, wollte sie wissen.

»Nein, gar nicht«, wehrte Hunt ab. »Ich würde so ziemlich alles andere lieber machen, als mir ein Reality-Format über das Liebeswerben irgendwelcher Leute anzutun.«

Sie starrte ihn an und hatte offenbar vergessen, dass sie sich gar nicht mit ihm unterhalten wollte. »Sie sollten mal reichschauen. Es geht um mehr als die Liebe. Im Grunde ist die vielleicht weniger interessant als das gesellschaftliche Experiment, das da stattfindet. Der Spieß wird umgedreht, und die Frauen sind am Zug. Das ist sehr unterhaltsam.«

»Wenn Sie es so beschreiben, klingt es tatsächlich nach etwas, das mir gefallen könnte.« Er schenkte ihr sein preisgekröntes Lächeln.

Und sie fuhr zurück.

Seit wann entflammte denn sein Lächeln nicht mehr alle Höschen von hier bis zur Grenze?

Unmöglich.

Hatte er etwas zwischen den Zähnen? Nee, selbst das hatte noch nie eine Frau davon abgehalten, ihre Bedenken in den Wind zu schießen, sobald er das berüchtigte Cade-Grinsen von der Leine ließ. Er hatte keinerlei Skrupel, es einzusetzen.

Sie schloss die Augen. »Ich unterbreche Sie an dieser Stelle mal. Ich weiß nicht, was Ihnen im Kopf herumgeht, aber ich bin nicht interessiert.«

Hunt legte sich eine Hand aufs Herz und presste sie gegen seine Brust. »Autsch. Nicht einmal ein kleines bisschen?«

Sie lachte leise. »Nee.«

»Das ist aber hart«, sagte er, hörte aber nicht auf zu lächeln. Sie war auch nicht wirklich sein Typ, aber sie war echt und unverstellt. Das gefiel ihm. Die meisten Frauen, mit denen Hunt sich herumtrieb, waren eher wie Abbys Freundin. Gutaussehend und auf der Suche nach einem spaßigen Abend. Ehrlichkeit hatte da nichts zu suchen.

»Was, wenn ich der Beste bin, der Ihnen je über den Weg laufen wird?« Das war ein eher lahmer Spruch, aber er stand nun mal auf Herausforderungen. Und Abby hatte ihm den Fehdehandschuh hingeworfen, indem sie ihn geradeheraus abgeblockt hatte.

Sie sah zu ihm auf, als würde sie das in Betracht ziehen. »Nun, der könnten Sie durchaus sein. Aber ich sage Ihnen, wo das Problem liegt: Ich trage Ballast mit mir herum.«

Hunt verdrehte die Augen. »Das tut doch aber jeder.«

»Bei mir ist es ein ganzer LKW voll.«

Er beugte sich näher zu ihr heran. »Das ist allerdings eine Menge. Wollen Sie mir auch verraten, woraus genau dieser Ballast besteht? Man kann nie wissen; vielleicht stört er mich gar nicht.« Wo zur Hölle war das denn jetzt hergekommen? Offenbar hatte ihre Abfuhr ihn ordentlich aus dem Konzept gebracht. Frauen, die mehr brauchten, als er ihnen geben konnte, mied er wie der Teufel das Weihwasser.

»Nein, lieber nicht.«

»Na gut«, sagte er. »Sie würden also nicht in Betracht ziehen, etwas mit mir auf die Beine zu stellen, weil Sie diesen Ballast herumtragen, aber Sie schauen den Bachelor und ziehen die Sendung sogar vor, statt neue Leute kennenzulernen. Habe ich das korrekt zusammengefasst?«  

Sie tippte sich mit dem Zeigefinger an die Lippen, und Hunts Blick blieb an der weichen Fülle hängen. Ihre Lippen lenkten ihn ab, dabei versuchte sie überhaupt nicht, ihn anzumachen. »Das fasst mein Leben ganz gut zusammen, ja. Aber machen Sie sich nichts draus. Sie sind ein gutaussehender Typ.« Sie ließ den Blick an ihm hinabwandern. »Groß, ordentlich Muckis unter dem feinen Hemd, wenn ich mich nicht irre. Und Sie haben dieses kantige, attraktive Gesicht. Ihre Augen – wow. Sie haben wunderschöne Augen.« Einen Moment lang starrte sie ihn an, dann blinzelte sie. »Aber ich bin sicher, das haben Sie schon oft gehört.«

»Kann sein.« Er kniff die Augen zusammen. »Wenn ich also ein solches Musterexemplar von einem Mann bin, wieso wollen Sie dann nicht die Gelegenheit ergreifen?« Hunt war nicht einmal sicher, dass er eine Chance bei ihr wollte, aber sie hatte irgendetwas an sich … Sie war interessant und ganz anders als die Frauen, mit denen er sich normalerweise abgab.

»Es liegt am Ballast«, erklärte sie sachlich.

»Richtig«, stimmte er zu. »Der Ballast. Ziemlich schweres Zeug, was?«

Sie nickte. »Sehr schwer.« Und diesmal hatte sie die leichtfertige Art nicht im Griff. Sie biss sich auf die Lippe und wandte den Blick ab.

Hunt unterdrückte ein Stirnrunzeln, denn er weigerte sich, ein finsteres Gesicht zu machen, wenn er in seinem legeren Element war. Er spürte, wie sich seine Kiefermuskeln spannten, während er sich bemühte, das falsche Grinsen aufrechtzuerhalten. Wenn es eins gab, womit Hunt nicht klarkam, dann war das eine traurige Frau. Das war der Grund, wieso er so viel Zeit darauf verwendete, zu versuchen, sie alle glücklich zu machen. Üblicherweise mit seinem Mund und seinem Körper.

Und dann kam ihm ein anderer Gedanke. Er genoss die Unterhaltung ja trotz allem, aber wie mochte es ihr ergehen? »Fühlen Sie sich unwohl, weil ich Sie angesprochen habe? Wären Sie lieber allein?«

Sie blickte auf. »Ehrlich gesagt bin ich nicht hergekommen, um mich mit Männern zu unterhalten. Ich bin nur hier, weil meine Freundin sich den Club mal anschauen wollte. Wir sind Arbeitskolleginnen, und ich hatte ihr versprochen mitzugehen, damit sie nicht allein wäre.«

Und damit wusste er Bescheid. Er lehnte keine Herausforderung ab, aber diese Frau hatte ganz ehrlich keinerlei Interesse. Und er war kein totaler Neandertaler.

Hunt trank den Rest seines Drinks leer und stellte das Glas auf die Theke. Er konnte ihr den Ballast nicht abnehmen, aber er konnte sie in Ruhe lassen, wenn sie sich dann besser fühlte. »Ich will Ihnen nicht auf den Geist gehen.« Er nahm ihre Hand und drückte sie leicht. »Es war mir ein Vergnügen, Sie kennenzulernen, Abby. Ich lasse Sie und Ihr Bier jetzt wieder allein.«

Hunt marschierte davon, in Richtung einiger Freunde, die er registriert hatte, als er gekommen war. Er machte große, selbstbewusste Schritte, aber die Begegnung mit Abby hatte sein Gleichgewicht durcheinandergebracht.

Die meisten Frauen, die er in Clubs und Bars kennenlernte, waren auf der Suche nach genau der Art von Aufmerksamkeit, die Hunt im Überfluss zu bieten hatte. Abby aber nicht. Er hätte sie gern näher kennengelernt. Natürlich nicht mit irgendwelchen ernsthaften Absichten …

Und gleichzeitig konnte er sich nicht vorstellen, sie auf irgendeine andere Weise näher kennenzulernen.

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⭐⭐⭐⭐⭐ „Eine tolle Mischung aus Schwärmerei, Romantik und Drama … ein echt gutes Lesevergnügen.“ ~ Rezension zu Hunts Bekehrung

⭐⭐⭐⭐⭐ „Ein Player mit Heldenkomplex + eine alleinerziehende Mutter = heiße kleine Liebesgeschichte.“ ~ Rezension zu Hunts Bekehrung

Jules Barnard ist eine USA Today-Bestsellerautorin für romantische Komödien und romantische Fantasy. Zu ihren romantischen Komödien gehören die Serien Keine Regeln (Englisch: All's Fair), Die Männer aus Lake Tahoe (Englisch: Never Date), und die Cade-Brüder (Englisch: Cade Brothers). Außerdem schreibt sie unter dem Namen J. Barnard romantische Fantasy in der Halven Rising-Reihe, die das Library Journal als "... ein aufregendes neues Fantasy-Abenteuer" bezeichnet. Ob sie nun über heißblütige Männer in Lake Tahoe oder eine Fae-Welt auf einem College-Campus schreibt, Jules spinnt fesselnde Geschichten voller Herz und Humor.

Wenn Jules nicht gerade in ihrer Jogginghose schreibt und sich mit Schokolade belohnt, verbringt sie ihre Zeit mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in ihrer kleinen Heimatstadt im pazifischen Nordwesten. Sie schreibt sich selbst die Fähigkeit zu, zu lesen, während sie auf dem Laufband läuft oder das Abendessen anbrennen lässt.