Skip to product information
1 of 5

Jules Barnard Books

Mitbewohner küsst man nicht

Mitbewohner küsst man nicht

Regular price $5.99 USD
Regular price Sale price $5.99 USD
Sale Sold out
  • Garantiert ohne Trennungsdrama
  • Scheindating
  • WG-Liebe
  • Der One-Night-Stand mit dem Milliardärsfreund meiner Schwester war ein Fehler, aber bei ihm einzuziehen wäre ein noch größerer. Andererseits hat er mich bereits nackt gesehen. Was sollte schon schiefgehen?

Überblick

Der One-Night-Stand mit dem ultrareichen Mitbewohner meiner Schwester war ein Fehler …

Aber bei dem zurückgezogen lebenden Milliardär einzuziehen würde nur noch größere Probleme machen.

Abgesehen von dem einen, unseligen Mal, dass wir miteinander geschlafen haben, gibt es nur eine Sache, die Jack Townsend und ich gemeinsam haben: unsere Aversion gegen ernsthafte Beziehungen.

Aber nachdem er die Bruchbude gesehen hat, in der ich lebe, bietet er mir nicht nur an, in seinem schicken Zuhause unterzukommen, sondern lockt auch noch mit dem Zauberwort, das eine verarmte Angestellte wie ich kaum ablehnen kann: Mietfrei. 

Er macht auch deutlich, dass er an mir kein Interesse hat: unsere heiße gemeinsame Nacht war nicht mehr als ein Strichlein auf seiner Playboy-Liste. Soll ich beleidigt oder erleichtert darüber sein?

So oder so, mein Herz sagt nein, aber mein Mund sagt ja. Und mein Kopf sagt, dass es kein Almosen ist, denn ich würde den Haushalt übernehmen. 

Gerade habe ich seine Designer-Unterhosen in die Wäsche gesteckt, da bittet mich Jack auch schon, seine Freundin zu spielen, um die Goldgräberinnen loszuwerden.

Die Irrungen und Wirrungen einer vorgetäuschten Beziehung kann ich wirklich nicht brauchen, aber ich hätte es schlechter treffen können: Dann spiele ich eben Hausfrau für einen gutaussehenden Milliardär. Außerdem hat er mich ja längst nackt gesehen. Was soll schon schiefgehen? 

MITBEWOHNER KÜSST MAN NICHT ist eine Liebesgeschichte, bei der sich zwei Menschen, die zusammen wohnen, ineinander verlieben: ein Milliardär mit Bindungsphobie und eine freche, unabhängige Heldin. Diese Liebesgeschichte kann einzeln gelesen werden und lässt euch mitlachen, mitfühlen und bietet all die großen Gesten und das Happy End, nach dem ihr sucht.

Blick ins erste Kapitel

Elise

Ich betrat die Küche mit gestrafften Schultern und hoch erhobenem Kopf, als würde mir die Wohnung gehören. Eigentlich war ich bloß Mieterin, aber ich musste dieser Wohnung und ihren Bewohnern zeigen, wer hier das Sagen hatte. 

Die vergilbte Tapete der Küche ließ den ganzen Raum fahl erscheinen, und ein einziges mickriges Fenster gab den Blick auf den Betondschungel von San Franciscos Lower Pacific Heights frei. Die Gegend war nicht schlecht, mit charmanter Architektur und netten Restaurants hier und da, aber nicht dieses Gebäude. Dieses Gebäude war zum Kotzen. Aber die Wohnung war das Einzige, was ich mir leisten konnte, als ich vor zwei Wochen den Mietvertrag unterschrieb. Jetzt verstand ich, warum sie so verdammt billig war.

In meinem neuen Zuhause erwarteten mich nicht nur hässliche Tapeten und eingebranntes Fett auf Herd und Backofen. 

Ich stürmte durch die Küche und riss den Spülenschrank auf wie Rambo, der sich auf den Kampf vorbereitet. Das Kakerlaken-Motel stand genau dort, wo ich es gestern Abend platziert hatte, um meine ungebetenen Gäste in ihr Verderben zu locken. 

Und diese Landplagen waren natürlich nicht darauf hereingefallen. 

Ungefähr fünf schwarze Körper von der Größe meines Daumens huschten aus dem Licht und mieden die Lockfalle, als wäre sie eine Kontaminationszone. 

Meine Haut kribbelte, und mein Herz pochte. „Gah!“ Ich warf die Schranktür zu und rannte aus dem Zimmer, wobei ich hüpfte, als ob der Boden aus Lava bestünde. 

Woher wussten sie, dass sie die Falle meiden mussten?

Bumm, bumm, bumm, hämmerte es an meine Wohnzimmerwand, gefolgt von einem Ruf, leiser zu sein, garniert mit einem Schimpfwort.

Einige meiner neuen Nachbarn waren nette Leute aus der Arbeiterklasse. Andere waren noch unheimlicher als meine Kakerlaken. Der Typ von nebenan gehörte zur zweiten Kategorie. Ich hatte ihn nur aus der Ferne gesehen. Er war stämmig, hatte ungewaschenes Haar und trug jeden Tag dasselbe dunkel verfleckte Sweatshirt mit Kapuze und Jeans, aber es war sein Verhalten, das mich dazu brachte, mich in meiner Wohnung zu verstecken. Er drehte seinen Fernseher auf maximale Lautstärke und ließ ihn die ganze Nacht laufen, aber wenn ich auch nur einen Mucks von mir gab, beschwerte er sich durch die dünnen Wände. 

Während ich über mein Kakerlaken-Dilemma nachdachte und versuchte, meinen Nachbarn zu ignorieren, klopfte es erneut, diesmal an der Haustür. 

Normalerweise beschränkte sich mein Nachbar darauf, durch Wände zu schreien, und das war mir recht, denn ich wollte ihm nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen. Wollte er mich endgültig zum Schweigen bringen? Mir wurde schwindlig, und meine Hände begannen zu schwitzen. 

Ich war entschlossen, zum ersten Mal in meinem Leben allein zu leben, ohne Studienkredite und ohne die Hilfe meiner Schwester, aber das war nicht einfach. Die Mieten in San Francisco waren astronomisch, und meine Nachbarn waren unberechenbar. Ganz zu schweigen davon, dass die Wohnung, die ich gefunden hatte, ... voller Herausforderungen war. 

Es klopfte erneut an der Haustür, und ich rieb mir die Augen. Ich war erschöpft, nachdem ich einen langen Tag in meinem neuen Job bei der städtischen Gesundheitsbehörde hinter mich gebracht hatte, und nein, es war mir nicht entgangen, dass ich im Gesundheitswesen arbeitete und an einem Ort wohnte, der so unhygienisch schien, dass er wahrscheinlich zum Abriss freigegeben werden sollte. 

Ich griff nach meinem Handy und legte den Finger auf die Notruftaste, nur für den Fall der Fälle, bevor ich die Tür langsam öffnete, die Kette eingerastet.

Nur war die Person auf der anderen Seite weder mein beängstigender Nachbar noch irgendein anderer meiner Nachbarn. 

„Jack?“ 

Da stand der ehemalige Mitbewohner meiner Schwester mit einer lässigen Hand in der Tasche seiner Jeans, ein blauer Pullover mit Rundhalsausschnitt spannte sich über seinen athletischen Körperbau, den ich heimlich bewundert hatte, wenn ich meine Schwester in ihrem Apartment besuchte. Das Outfit war eine Verbesserung gegenüber den Jogginghosen und löchrigen T-Shirts, in denen ich ihn normalerweise sah. Aber sein leicht zerzaustes, goldbraunes Haar und seine stechenden waldgrünen Augen waren ganz Jack. Er sah mich mit einem Ausdruck an, der darauf schließen ließ, dass ihm sein Besuch lästig war.

Ich hatte Jack seit Monaten nicht mehr gesehen, da ich den Mann vorsätzlich mied. Er war buchstäblich die letzte Person, von der ich wollte, dass sie mich hier fand.

Ich warf einen Blick in das Wohnzimmer hinter mir. Alles, was ich besaß, war gebraucht und in voller Pracht dort ausgestellt: ein Kunstledersessel, der ein Jahrzehnt lang unter Moms Kleidung und anderen Gegenständen zu Hause versteckt gewesen war, und ein wackeliger weißer Beistelltisch, den ich von der Straße mitgenommen hatte. Keine Bilder. Keine Pflanzen. Nichts, um die Wohnung wohnlich zu machen, denn dazu war ich noch nicht gekommen. Außerdem konnte ich mir solchen Luxus nicht leisten. Ich würde alles tun, um unabhängig zu sein, selbst wenn ich dafür Kakerlaken, zwielichtige Nachbarn und gebrauchte Möbel in Kauf nehmen musste. Das hieß aber nicht, dass ich mich nicht verdammt schämte, dass ich mir nichts Besseres leisten konnte.

„Hast du vor, mich reinzulassen?“ Er sah mir in die Augen, ohne auch nur im Geringsten unsicher zu wirken. Ich war die Einzige, der es hier an Selbstvertrauen fehlte. 

Irgendwie hatte Jack herausgefunden, wo ich wohnte, und es war nicht so, dass ich etwas versteckt hätte; er war ein gutes Stück größer und konnte über meinen Kopf hinwegsehen. Ich entriegelte die Kette und öffnete die Tür weiter.

Er trat ein, sein Blick schweifte durch das Wohnzimmer und blieb dann wie ein Gewicht auf mir liegen. „Hierher hast du dich also verzogen? Deine Schwester ist besorgt, und ich kann verstehen, warum.“

Nach dem, was meine Schwester Sophia gesagt hatte, war Jack wohlhabend, aber das sah man ihm nicht an, da er in einer hübschen Zweizimmerwohnung im Haus seines besten Freundes lebte. Es ergab Sinn, dass er annahm, dieses Scheißhaus-Apartment hätte ich mir freiwillig ausgesucht. „Gibt es einen Grund für deinen Besuch?“ Angesichts der Kakerlaken, meines Nachbarn und jetzt auch noch Jack war meine Gereiztheit am Anschlag.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass meine überfürsorgliche Schwester Jack schicken würde, um mich zu finden. Sophia wusste schließlich, wie angespannt die Lage seit jener Nacht vor sechs Monaten war, in der ich bei ihr übernachtet hatte und schlafwandelnd in Jacks Schlafzimmer gekommen war. Vielleicht war ich auch aus Versehen auf seinem Penis gelandet. Upps. Diesem One-Night-Stand folgte der peinlichste Walk of Shame, den man sich vorstellen konnte, und ich erholte mich immer noch von beidem. Sophia musste verzweifelt auf der Suche nach mir sein, wenn sie ihn schickte, um mich aufzuspüren. 

Ich hatte Sophia meine neue Adresse absichtlich noch nicht mitgeteilt, weil ich erst Zeit finden wollte, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Ich konnte es nicht ewig hinauszögern, aber ich dachte, die Gnadenfrist würde länger als eine Woche dauern. 

Jack verschränkte hochmütig die Arme. Er könnte als durchschnittlicher, großer Mann durchgehen – bis er die Arme verschränkte und der Bizeps zum Vorschein kam. Unter der legeren Kleidung befanden sich gut definierte Muskeln und ein Körperbau wie bei einem Schwimmer, den ich zu vergessen versuchte. „Sophia macht sich Sorgen.“

„Kein Grund zur Sorge“, sagte ich mit gespielter Fröhlichkeit. Seit jener Nacht hatte ich mich in Jacks Nähe extrem unwohl gefühlt, und das war auch jetzt nicht anders. Vor allem, wenn die Erinnerung an seinen nackten Körper vor meinen Augen aufblitzte. Meine Stirn legte sich in Falten, als ich an etwas anderes dachte. „Wie hast du mich eigentlich hier gefunden?“

Sein Gesichtsausdruck wurde nichtssagend. „Ich habe mich umgehört.“

Ich beäugte ihn misstrauisch. „Ich habe darauf geachtet, niemandem meine neue Adresse zu verraten, also was soll das heißen, du hast dich umgehört?“

Er trat weiter in den kleinen Raum hinein und ignorierte meine Frage. „Was ist das für ein Geruch?“

„Curry. Von meinem Nachbarn von gegenüber.“

„Nein, das Curry riecht gut. Ich spreche von dem Geruch.“ Er warf einen Blick in die Küche und rümpfte die Nase.

Oh, dieser Geruch. Ja, diesen Geruch gab es schon seit dem Tag, an dem ich eingezogen war, und ich wollte nicht zu sehr über seine Herkunft nachdenken. 

„Keine Ahnung, wovon du redest, und ich nehme es dir übel, dass du behauptest, dass meine Wohnung stinkt.“ Ich wickelte mir den Wollschal fest um den Hals. Der September in San Francisco konnte glühend heiß oder empfindlich kühl sein. Diese Dinge spürte man deutlicher, wenn die Heizung nicht funktionierte. 

Jack stieß einen leisen Seufzer aus und betrachtete meine dick eingepackte Gestalt. „Es ist eiskalt hier drin, Elise. Warum ist dein Ofen nicht an?“

„Ich habe die Heizung runtergedreht, um Geld zu sparen.“ Er brauchte nicht zu wissen, wie baufällig mein Apartment war. Er würde zurück in die Wohnung laufen, die er von seinem besten Freund – dem Freund meiner Schwester – gemietet hatte, und es ausplaudern. Sophia würde es dann herausfinden und darauf bestehen, dass ich mit ihr und Max in seine großzügige Wahnsinnswohnung im obersten Stockwerk seines wunderschönen Gebäudes im viktorianischen Stil einziehe, und das würde nicht passieren. Ich brauchte persönliche Unabhängigkeit. „Ich habe jede Menge Sweatshirts und dicke Socken, also keine Sorge.“

Er musterte mich so lange, dass mir ein Schauer über den Rücken lief, der mich an andere Schauer erinnerte, die er vor ein paar Monaten durch sexy, zärtliche Berührungen ausgelöst hatte. Verdammt, diese Erinnerungen! 

Ich zwang mich zu einem neutralen Blick. „Du kannst Sophia gern sagen, dass ich gesund und munter bin und mich ganz bald wieder melde. Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“

Seine Augen verengten sich und hielten meinen Blick für einen Moment gefangen. „Warum bist du so stur?“ 

In Gegenwart meiner Schwester war Jack Townsend immer entspannt gewesen, aber aus irgendeinem Grund regte ich ihn auf. Nun, das Gefühl beruhte auf Gegenseitigkeit. Wir riefen offenbar das Schlimmste im anderen hervor. Außer in der Nacht, in der er meinen Körper wie ein Götterbild in einem Tempel verehrt hatte … 

Ich musste aufhören, an diese Nacht zu denken. 

„Und warum bist du so herrisch?“ Ich legte den Kopf schief, blinzelte mehrmals und starrte ihn so vorwurfsvoll an, dass ich hoffte, er verstand den Wink und hielt die Klappe. 

Er seufzte, als hätte er genug von meinem Blödsinn. „Ich war noch nie herrisch. Nicht einmal bei meinen Angestellten.“

Jacks geschäftliches Kommen und Gehen war ein ziemliches Mysterium. Ich hatte erst vor kurzem erfahren, dass er eine ganze Firma besaß. Ich hatte keine Ahnung, was er tat, denn ich hatte ihn nur gesehen, wenn ich Sophia besuchte, und da war er barfuß in der Küche herumgelaufen und hatte etwas Essbares gesucht oder mit Max Videospiele gespielt. 

Ein verschlagener Ausdruck huschte über sein Gesicht. „Ich muss mal dein Badezimmer benutzen.“ Er schritt durch das Wohnzimmer, blieb dann abrupt stehen und ging noch einmal zurück über das morsche Dielenbrett, um das ich herumzulaufen pflegte, weil ich Angst hatte, meinem Nachbarn unten in den Schoß zu fallen. 

Jack wippte auf dem Brett, und es gab viel zu sehr nach. Ich rieb mir die Stirn, und er warf mir einen Blick zu. „Einen schönen Bodenbelag hast du hier.“

Ja, der Boden war ein Problem. Aber nicht das größte.

Jack ging weiter den Flur entlang.

„Warte!“ Ich rannte hinter ihm her. „Die Spülung ist ein wenig heikel. Man muss sie ganz sanft drücken. Ich mache das, wenn du fertig bist.“

Er trat in das winzige Badezimmer, in dem man die Arme eng an den Körper ziehen musste, um sich zu drehen, und schloss die Tür vor meiner Nase.

Verdammt. Er hatte den Geruch wahrgenommen, die Bodendiele bemerkt, und jetzt würde er wissen, dass es ein Problem mit der Toilette gab. Außerdem hatte ich sicher vergessen, all meine persönlichen Sachen dort wegzuräumen. 

Ich dachte angestrengt nach und ging im Kopf den beengten Raum durch: Zahnpasta auf dem Waschbecken, Panda-Duschhaube am Türhaken, Haarbänder in einer Schmuckschale – nichts allzu Unerhörtes. Außer …

Ich schlug mir die Hand vor den Mund und unterdrückte einen Schrei. Ich hatte das Bleichmittel für den Pfirsichflaum auf meiner Oberlippe auf der Ablage vergessen!

Verdammte Peinlichkeit!

Ich hatte noch nie mit einem Mann zusammengelebt. Tatsächlich war noch nie ein Mann zu mir nach Hause gekommen, weil ich immer bei meiner Messie-Mutter im Sunset District gelebt hatte, und jetzt, wo ich darüber nachdachte, war einiges von dem Zeug in meinem Badezimmer beschämend. 

Jack war immer noch heiß, aber meine Schwärmerei hatte in der Nacht, in der wir miteinander schliefen, ein Ende. Ich hatte ihn durch bedeutungslosen Sex aus meinen Gedanken verdrängt. Gut, ich war dabei, ihn zu verdrängen, aber trotzdem war das hier jetzt einfach nur peinlich. Schwärmerei hin oder her, keine Frau wollte, dass ein Mann ihre Hygienegewohnheiten kannte.

„Bist du bald fertig da drin?“ Ich schritt durch den Flur. Und dann hörte ich es. Das Geräusch der Abdeckung des Spülkastens, die zurückgezogen wurde. Nein! „Jack! Was machst du denn da?“

Er stieß einen Laut aus, der wie ein frustriertes Stöhnen klang, und sagte dann: „Was zur Hölle, Elise?“ Er öffnete die Badezimmertür so schnell, dass ich fast gegen seine breite Brust fiel. „Was ist hier los?“ Seine grünen Augen waren dunkler als sonst, und seine vollen, kussbereiten Lippen waren wie aus Granit.

Mein Mund formte ein stummes O. „Was? Nicht jeder hat eine so schöne Wohnung wie deine.“

„Dein Apartment ist eine absolute Bruchbude. Ich würde nicht einmal meinen Hund hier wohnen lassen.“

„Du hast keinen Hund.“

„Und was hat es mit dem Ofen auf sich? Du hast ihn nicht nur heruntergedreht, sondern ausgeschaltet. Es riecht feucht. Eigentlich …“ Er schaute über meine Schulter in das kleine Schlafzimmer, das man in San Francisco gern als „Junior-Schlafzimmer“ bezeichnete, auch wenn es im Grunde nicht viel mehr als ein begehbarer Schrank war, in den man ein Bett gestopft hatte. Er rümpfte wieder die Nase. „Ist das etwa schwarzer Schimmel?“

Scheiße, oh Scheiße. Ich trat einen Schritt zurück und griff hinter mich, fummelte am Türknauf des Schlafzimmers herum und versuchte, die Tür zu schließen. „Es ist nur Moder. Keine große Sache.“

Er drängte sich an mir vorbei und öffnete die Tür zu dem Raum, in dem weitere Utensilien einer alleinstehenden Frau wahllos herumlagen: Unterwäsche, die auf einem Wäscheständer trocknete, obwohl sie eben nicht trocknete, weil es hier drin zu feucht und kalt war, sowie Berge von Decken, wie um zu beweisen, dass er mit dem Ofen recht hatte. 

Er packte mich an der Hand und zerrte mich den kurzen Flur hinunter. „Du kannst hier nicht bleiben. Das wird dich vergiften.“

Ich schlug wie beim Karate auf die Hand, woraufhin er sie mit einem Zucken zurückzog. „Sag mir nicht, was ich tun soll, Jack Townsend.“

Er verdrehte die Augen. „Elise, Menschen werden von schwarzem Schimmel krank. Ich bin überrascht, dass du noch keine Symptome bemerkt hast. Es ist schon gesundheitsgefährdend, hier zu stehen.“

„Symptome?“, echote ich, als wüsste ich nicht, wovon er sprach. Ich war examinierte Krankenschwester mit einem Master-Abschluss in Gesundheitswesen. Ich wusste es. Ich hatte die chronischen Kopfschmerzen, den Hirnnebel und den seltsamen metallischen Geschmack auf meiner Zunge einfach ignoriert, bis ich eine bessere Wohnung finden würde – worum ich mich verzweifelt bemühte. Es hatte keinen Sinn, ihm zu sagen, dass er recht hatte und dass ich seit dem Tag meines Einzugs nachts mit einer Atemschutzmaske schlief. Oder dass ich meinen neuen Vermieter angefleht hatte, den Ofen zu reparieren.

Als ich die Wohnung vor einem Monat besichtigt hatte, war sie noch in Ordnung erschienen, aber offenbar konnte es sehr schnell bergab gehen. Es half auch nicht, dass sie bei der Besichtigung bewohnt und der Schimmel hinter Möbeln und Vorhängen versteckt gewesen war.

„Chronische Kopfschmerzen oder so etwas?“, insistierte er.

War er eine Art Gedankenleser? Er sollte doch der lockere Typ sein, mit dem meine Schwester ein paar Monate lang zusammengewohnt hatte. Wann zum Teufel hatte er die Intuition für sich entdeckt? Sich alles über giftigen Schimmel angelesen? 

Ich winkte ab. „Ich kaufe Bleichmittel und kümmere mich darum.“

„Du bräuchtest mehr als Bleichmittel, was du bräuchtest, ist ein Schutzanzug.“ Als ob er sich gerade selbst daran erinnert hätte, wie schlimm es war, legte er seinen Arm um meinen Rücken und schob mich zur Haustür. 

„Hey!“, sagte ich und trat einen Schritt zurück.

„Wir gehen, Elise.“ Sein Gesichtsausdruck war pure männliche Sturheit.

Ich stellte meine Füße breit auf. „Du gehst. Ich wohne hier.“

Er warf mir einen Blick zu, bei dem sich meine Nackenhaare aufstellten. Denn dieser Blick war berechnend. „Ich habe ein freies Zimmer, seit deine Schwester bei Max eingezogen ist. Du kannst bei mir wohnen, während dein Vermieter sich um diese“ – er sah sich angewidert um – „Situation kümmert.“

Auf gar keinen Fall. Hatte er den Verstand verloren?

Jacks Wohnung lag nur ein Stockwerk unter der, in der meine Schwester mit Max wohnte. Ganz zu schweigen von der Aussicht, mit Jack zusammenzuleben. Ich hatte versucht, über meine Verknalltheit hinwegzukommen, aber es war mir nicht ganz gelungen. Er war ein echt schöner Mann, und im Bett war er unglaublich gewesen. Das waren Verlockungen, denen nur die stärksten unabhängigen Frauen widerstehen konnten, und ich war fest entschlossen, eine von ihnen zu sein. „Ich passe.“

Er verzog verärgert den Mund. „Du denkst immer noch an diese Nacht, was? Es war nicht so toll. Ich habe es völlig vergessen.“

Mein Gesicht erhitzte sich, und ein stechender Schmerz fuhr mir in den Magen. Es war nicht so toll? 

Ich erinnerte mich daran, wie Jack mein Gesicht sanft umfasst und mich leidenschaftlich geküsst hatte, wie seine Zunge meinen Mund liebkoste, während seine Hände umherwanderten. Ich hatte bei diesem Kuss gezittert, und der Sex war explosiv gewesen … und er hatte gerade einfach gesagt, er erinnere sich nicht mehr daran?

Arschloch!

„Wie wäre es für einen Monat“, fuhr er fort und schaute auf die Uhrzeit seines Telefons, als ob das, worüber wir sprachen, nicht die große Umwälzung war, die ich wirklich nicht auch noch in meinem Leben brauchte. „Gerade lange genug, damit du eine anständige Alternative finden kannst.“

Eine Frau hatte ihren Stolz. „Nein.“ 

Der Sex war schlecht gewesen? Wollte er mich unbedingt sauer machen? 

Er hob eine Augenbraue. „Nicht einmal, wenn es mietfrei wäre?“

Äh, wie bitte?

View full details

⭐⭐⭐⭐⭐ „Wie SCHOKOLADE FÜRS HERZ!! Ich habe es absolut geliebt.” ~ Melinda, Booksprout, Rezension zu Mitbewohner küsst man nicht

⭐⭐⭐⭐⭐ „Eins der 2023er Bücher, das man nicht verpassen sollte, denn es sprudelt nur so vor witzigem Geplänkel und knisternder Chemie.” ~ Booksprout, Rezension zu Mitbewohner küsst man nicht

⭐⭐⭐⭐⭐ „Jules Barnard ist die Königin der Liebeskomödien.” ~ Booksprout, Rezension zu Mitbewohner küsst man nicht

⭐⭐⭐⭐⭐ „Es gibt nicht genug Worte, um zu beschreiben, wie sehr ich dieses Buch geliebt habe!” ~ Alisa, BookBub, Rezension zu Mitbewohner küsst man nicht

⭐⭐⭐⭐⭐ „Zum Totlachen komisch und mit einigen überraschenden Wendungen – eine heiße romantische Komödie mit einem glücklichen Ende, die ich total genossen habe und anderen Lesern sehr empfehlen kann.” ~ LaureLynn, BookBub, Rezension zu Mitbewohner küsst man nicht

Jules Barnard ist eine USA Today-Bestsellerautorin für romantische Komödien und romantische Fantasy. Zu ihren romantischen Komödien gehören die Serien Keine Regeln (Englisch: All's Fair), Die Männer aus Lake Tahoe (Englisch: Never Date), und die Cade-Brüder (Englisch: Cade Brothers). Außerdem schreibt sie unter dem Namen J. Barnard romantische Fantasy in der Halven Rising-Reihe, die das Library Journal als "... ein aufregendes neues Fantasy-Abenteuer" bezeichnet. Ob sie nun über heißblütige Männer in Lake Tahoe oder eine Fae-Welt auf einem College-Campus schreibt, Jules spinnt fesselnde Geschichten voller Herz und Humor.

Wenn Jules nicht gerade in ihrer Jogginghose schreibt und sich mit Schokolade belohnt, verbringt sie ihre Zeit mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in ihrer kleinen Heimatstadt im pazifischen Nordwesten. Sie schreibt sich selbst die Fähigkeit zu, zu lesen, während sie auf dem Laufband läuft oder das Abendessen anbrennen lässt.